Spannende Spazierfahrt durch Straubenzell

Bereits zum zweiten Mal lud die OG-Straubenzell Neuzuzüger zu einer «Spazierfahrt» durch die Ortsgemeinde ein.

Am Samstag, 27. August 2011 um 14 Uhr warteten über vierzig Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger beim EMPA-Gebäuder an der Mingerstrasse in Bruggen. Ein gemieteter Regiobus fuhr die bunt gewürfelte Gesellschaft zum Schloss Oberberg.
Beim ersten Halt begrüsste Rolf Schmitter, Vizepräsident der Ortsgemeinde, alle Teilnehmenden, erklärte die Geschichte des Schlosses und wies auf die spektakuläre Aussicht über den Westen der Stadt hin.

Auf dem Bauernhof Alt Winkeln
Nach einem ersten gegenseitigen Kennenlernen ging die Fahrt zum gemeindeeigenen Bauernhof Alt Winkeln. Die Pächterfamilie Brülisauer freute sich über den Besuch und bewirtete die Gäste mit selbstgebackenen Kuchen und allerlei Getränken. Josef Brülisauer informierte über die Besonderheiten der St.Galler «Stadt-Bauern». Die Topografie erlaube bloss Viehzucht und Milchwirtschaft. Für Ackerbau sei das Klima in St.Gallen zu rau. Ob das wohl allen Neuzuzüger bewusst war, als sie St.Gallen zu ihrem neuen Wohnort erkoren?!
Wer hätte gedacht, dass von den rund 4000 Hektaren Stadtfläche 1200 Hektaren landwirtschaftlich genutzt werden? Erstaunlich, betrachtet man sich in St.Gallen doch als sehr urban.
Auf Alt Winkeln leben zurzeit 23 Stück Jungvieh und etwa die gleiche Anzahl Milchkühe und Rinder. Daneben gibt es noch Ziegen, Hühner, Kaninchen und – zwei junge Kätzchen.

Unten im Sittertobel
Nach diesem entspannten und kurzweiligen Zwischenhalt lenkte der Chauffeur den Bus tief ins Sitteltobel. Beim Zusammenfluss von Sitter und Urnäsch trug Bürgerrat Dölf Loser eine interessante Ausführung über die berühmte St.Galler Brückenlandschaft vor. Die 1780 vom grossartigen appenzeller Baumeister Hans Ulrich Grubenmann erbaute «sprechende Brücke» über die Urnäsch ist ein Juwel unter den zahlreichen historischen Schätzen der Region.
Auch die imposanten Eisenbahnviadukte über die Sitter beeindruckten die Anwesenden. Ob die Legende wohl stimmt, dass Mussolini seinerzeit beim Bau der BT-Brücke (heute SOB) als einfacher «Muratori« mitgewirkt haben soll?
Seit 1900 wird von der SAK (St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke) im Kraftwerk Kubel Elektrizität produziert.
In kilometerlangen Stollen wird Wasser aus den Flüssen Urnäsch und Sitter dem Gübsenweiher zugeführt. Dieser dient als Staubecken für die Stromproduktion von jährlich rund 35 Mio kWh. Genug, um bis zu 9000 Haushaltungen mit sauberer Energie zu versorgen.
Im Übrigen gilt die Staumauer am Ostende des Gübsensees als erste «Schwergewichts-Staumauer» der Schweiz.

Kunstgiesserei Sittertal
Nach dem geschichtlichen und industriegeschichtlichen Exkurs im dunkeln Tobel ging die Fahrt weiter zur einigen Kilometern flussabwärts gelegenen Kunstgiesserei Sittertal (www.kunstgiesserei.ch). Aufgeteilt in zwei Gruppen, staunten die Teilnehmenden nicht schlecht über die unerwarteten Überraschungen, die wohl niemand hier vermutet hätte.
Die Bibliothek der Stiftung Sitterwerk umfasst mehr als 25'000 Bände über Kunst und Kunstgeschichte. Ein raffiniertes elektronisches Archivierungssystem gewährt raschen Zugriff zu den gesuchten Werken.
Daneben gibt es eine umfassende Sammlung an Materialien für Kunstschaffende und Architekten. Auch diese lässt sich online abrufen und für die Frühphase einer Projektplanung nutzen.

Beim Eintreten in die eigentliche Kunstgiesserei glaubt man sich um Jahrzehnte zurückversetzt. Keine Spur von Hightech. Obwohl auch hier häufig auf dem Computer entstandene Modelle nachgegossen werden. Der Duft von Silikon, Wachs und Metall ist allgegenwärtig. Eine kurze Einführung in die zahlreichen Arbeitsschritte, vom Modell bis zum fertigen Kunstwerk, erstaunt.
Auch die permanente Ausstellung über die Werke des über neunzigjährigen, 1920 in Königsberg geborenen Schweizer Bildhauers Hans Josephson, begeisterte. Die archaischen Formen und die vermeintlich schwerfällige und trotzdem liebliche Wiedergabe menschlicher Antlitze und Körper verblüffte die neuen Straubenzeller.

Für die meisten Besucherinnen und Besucher war der Abstecher zu dieser etwas abgelegenen Insel des Kunstschaffens wohl ein Novum.

«Ganggeli Brogg»
Beeindruckt verliess die Gruppe das Sittertal und fuhr empor zum Wolfgangshof wo Bürgerrat Magnus Hächler Geschichte und Entstehung der 1937 erbauten «Ganggeli Brogg» erläuterte. Die grandiose Sicht in die Tiefe empfiehlt sich jedoch bloss für Schwindelfreie!

... und Sangaller Brodwörscht!
Nach diesem letzten «Sightseeing-Stop» fuhr der Regio-Bus zum Tröckneturm, wo die kurze Reise mit St.Galler Bratwürsten und Straubenzeller Wein einen gelungenen Ausklang fand.


Die Bürgerräte der Ortsgemeinde freuten sich, dass dieser Ausflug begeisterten Zuspruch fand und, dass sie den neu zugezogenen Einwohnerinnen und Einwohnern, die Highlights ihres neuen Wohnortes zeigen durften.

Bestimmt wird in zwei drei Jahren ein weiterer Ausflug durch Straubenzell durchgeführt.

 

   
 
Start beim EMPA-Gebäude Aufstieg zum Schloss Oberberg

 

 

 

Begrüssung durch Bürgerrat Rolf Schmitter Zweiter Halt beim Bauernhof der OG in Alt Winkeln
 
...... Der Hof wird von der Familie Brüslisauer bewirtschaftet und gepflegt

 

 

 

Herrliches Buffet mit von Frau Brülisauer selbstgebackenen Kuchen Auf einem Bauernhof gibt es mehr als bloss Rindvieh!

 

 

 

Stopp im Sittertobel beim Kubel Bürgerrat Adolf Loser erklärt die berühmte St.Galler Brückenlandschaft

 

 

 

....... Zweitletzte Station: Die Kunstgiesserei Sittertal

 

 

 

Bibliothek mit über 25'000 Bänden über Kunst, Kunstgeschicht und Materialkunde. Staunen im Kesselhaus ob den Werken von Hans Josephson

 

 

 

Zum Schluss ein kurzer Spaziergang zur «Ganggelibrogg»

Ein grandioser Tiefblick

 
..... Letztes Ziel: Der Tröckneturm
 
Ausklang eines interessanten Nachmittages ... ... mit «Sangaller Brodwörscht»
   
... en Guete!
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